Zum Sea King Fliegen nach Cornwall

Ein Bericht von Lutz Lehmann

 

Im äußersten Südwesten von England lockt Cornwall nicht nur mit schönen Landschaften, sondern wartet auch mit einem fliegerischen Leckerbissen auf: Im Städtchen Penzance gibt es die Möglichkeit, Linienflüge mit Sikorsky S-61N SeaKing zu unternehmen!
Somit war bei mir und einigen anderen Flugbegeisterten schnell der Plan gereift, diese schöne Gelegenheit, in einen durchaus seltenen Hubschraubertyp mitzufliegen, zu nutzen!

Nun ist aber Penzance nicht gerade um die Ecke und da sich natürlich die Kosten noch einigermaßen im Rahmen halten sollte, kam als Anreise nur der Flug von Stuttgart nach London in Betracht. Da ja die Reise nach England wegen den Airshows in Fairford und Farnborough eh anstand, bot sich natürlich diese Gelegenheit an, das Ganze mit einer Reise nach Cornwall zu verbinden.
Die Planung sah vor, dass wir mittwochs mit Germanwings von Stuttgart nach Stansted fliegen, dort dann unsere beiden Mietwagen abholen und uns auf den Weg in Richtung Penzance machen. Natürlich wurde bereits vorher geschaut, welche kleineren und größeren Flugplätze auf unserer Reiseroute liegen. Wir hatten uns für zwei Nächte in Plymouth einquartiert, so dass wir jeweils einen Tag für die An- und Abreise hatten und einen vollen Tag um den Hubschrauberflug zu machen und noch ein wenig die Gegend dort zu erkunden.

Nach einem ereignislosen Flug nach Stansted mit dem A319 D-AKNK von Germanwings ging es zur Autovermietung und anschließend noch zur üblichen Platzrunde, um zu schauen, was so in Stansted rumstand.

Dann ging es los in Richtung Südwesten, und wie sollte es in diesem Sommer auch anders sein, es fing an zu regnen… und dieser Regen sollte leider unser ständiger Begleiter werden. Unser erster Halt war der Flugplatz von Blackbushe.

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Nachdem alle Regs aufgeschrieben waren und jeder seine Bilder gemacht hatte, ging es weiter zum nächsten Flugplatz, nämlich dem von Popham. Nach kurzem Fragen beim Flugplatzleiter war es kein Problem, den Platz zu erkunden und alles aufzuschreiben und zu fotografieren.
Auch das Wetter hatte kurzfristig ein Einsehen, und es blieb tatsächlich trocken.

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Den nächsten Regenschauer nutzten wir dann zur Weiterfahrt zum Thruxton Aerodrome, welcher sowohl als Flugplatz als auch als Rennstrecke genutzt wird.

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Nicht allzu weit von Thruxton entfernt befindet sich auch Stonehenge. Und wenn man schon mal in der Gegend ist, war es natürlich logisch, hier einen kurzen Stopp einzulegen.
Netterweise hatte die Parkplatzaufsicht wohl gerade Pause, so sparten wir uns schon mal die drei Pfund Parkgebühren. Es war schon beeindruckend, welche Menschenmassen an einem normalen Werktag dort unterwegs waren, um sich diese Steine anzuschauen. Der Eintrittspreis von knapp acht Pfund, nur um einmal um das Monument herumlaufen zu können, war mir und den anderen aber dann doch zu teuer. Aber auch von außen kann man ein paar Aufnahmen machen:

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Wir setzen unseren Weg Südwesen weiter fort nach Plymouth, mit weiteren Stopps an der Royal Navy Base Yeovilton und in Exeter, wo es jeweils zwar einige interessante Flieger und Hubschrauber zu sehen gab, aber leider nichts zu fotografieren.
Am Abend waren wir dann endlich im Hotel und ließen bei dem einen oder anderen Bierchen den ersten recht erfolgreichen Tag ausklingen.


Am nächsten Morgen hieß es dann zeitig losfahren, denn unser Plan war es, um acht Uhr morgens in Penzance am Heliport zu sein, um unseren SeaKing Flug zu bekommen.
In Penzance bietet die British International Helicopter Linienflüge mit dem Sikorsky S-61N SeaKing auf die Isles of Scilly, genauer gesagt nach St.Marys und nach Tresco an. Wenn man die Flüge regulär bucht, kostet ein Rundtrip zu einer der Inseln 119 Pfund. Über einen Bekannten hatte ich aber erfahren, dass es auch die Möglichkeit gibt, Standby-Flüge zu bekommen, wenn man direkt mit dem Hubschrauber wieder zurückfliegt, und das zu einem extrem günstigen Preis von 44 Pfund. Da es uns ja eh hauptsächlich um das Flugerlebnis ging, wollten wir natürlich diese Variante nutzen. Der einzige Nachteil an diesen billigen Tickets ist der, dass man diese Flüge nicht im Voraus buchen kann. So muss man etwas Glück haben, dass auf den Flügen noch genügend freie Plätze vorhanden sind… und es kam erstmal wie es kommen muss: die erste Aussage vom Personal war, dass es an dem Tag ganz schlecht aussieht und alle Flüge voll wären. Na toll! Wir wurden aber erstmal vertröstet noch etwas zu warten, bis auch tatsächlich alle Buchungen im System drin waren. Die Zeit haben wir dann genutzt, um das erste Bild des SeaKing zu schießen, der kurz darauf zum ersten Flug des Tages rausging:

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Nach einem längeren Gespräch beim Manager bekamen wir dann doch die erlösende Nachricht, dass wir auf dem letzten Flug des Tages nach Tresco mitfliegen können! Somit war das Hauptziel der Reise erstmal gesichert! Hoffnung machte auch der Wetterbericht, der für den Tagesverlauf deutlich weniger Regen und sogar etwas Sonne versprach.
Für die Landung des Hubschraubers sind wir kurz an den Strand gegangen, um noch ein paar Aufnahmen machen zu können:

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Dann kam auch der SeaKing wieder zurück:

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Da wir ja nun fast den ganzen Tag zur freien Verfügung hatten, wurde kurzfristig umgeplant und es ging zum nahegelegenen Flugplatz von Land’s End. Dort hat die Isle of Scilly Skybus ihren Sitz und bietet von dort Flüge auf die Insel mit Twin Otter und BN-2 Islander an.

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Nach einigen Verhandlungen (was dem mässigen Wetter geschuldet war) mit Personal und einem Piloten haben wir uns kurzerhand einen Rundflug mit der BN-2 Islander G-SBUS entlang der Küste gebucht:

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Nachdem wir dann vom Rundflug wieder zurück waren, fuhren wir zum Flugplatz von Perranporth, wo bereits ein befreundeter Spotter, den ich vor einigen Jahren in Tannheim kennengelernt hatte, auf uns wartete. Natürlich war es auch hier problemlos möglich, auf den Platz und in den Hangar zu gehen und Bilder zu machen:

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Auf dem anschließenden Weg zum Flughafen von Newquay kamen wir dann wieder an der Küste vorbei und natürlich wurde auch hier kurz für ein paar Bilder Halt gemacht:

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Am frühen Nachmittag waren wir dann wieder in Penzance, um für unseren Hubschrauberflug einzuchecken. Nach der üblichen Warterei und einem kurzen Werbe- / und Sicherheitsvideo ging es dann (wieder mal im Regen) zum Hubschrauber, der mit laufenden Rotoren bereits wartete. Die G-BFFJ ist Baujahr 1978 und damit eine der jüngeren SeaKing in der Flotte. Freie Sitzplatzwahl und schöne große Fenster machten durchaus Hoffnung, dass es vielleicht doch für ein paar Bilder aus dem Heli reichen sollte. Und tatsächlich, kurz nach dem Start und je näher wir der Westküste kamen, desto aufgelockerter wurden die Wolken und über dem Meer hatten wir dann schönstes Wetter. Der Hinflug für die etwa 60km nach Tresco dauerte 19 Minuten, die Bodenzeit dort etwa 5 Minuten und der Rückflug dann dank einem schönen Sightseeingflug entlang der Steilküste dann 23 Minuten. Vom Raumgefühl ist SeaKing-Fliegen fast wie Bus-Fahren. Der Hubschrauber bietet Platz für 26 Passagiere. Es ist relativ laut im Innenraum, aber durchaus noch auszuhalten. Die Flughöhe beträgt zwischen 400 und 500m.

Aber hier lasse ich einfach mal die Bilder sprechen:

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Allein schon wegen diesen beiden Flügen hatte sich die ganze Fahrerei an den äußersten Zipfel Englands schon mehr als gelohnt!
Bevor wir uns dann auf den Rückweg nach Plymouth machten, gab es noch einen kurzen Halt an der Royal Navy Station Culdrose:

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Der nächste Halt war dann in Liskeard, wo diese Lightning aufgestellt ist:

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Einen unplanmässigen Halt vor der Ankunft am Hotel gab es dann doch noch, aber wenn auf dem Parkplatz direkt neben der Strasse ein Hubschrauber steht, kann man ja auch nicht einfach vorbeifahren…

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Am Freitag früh ging es dann zurück in Richtung London, natürlich auch hier wieder mit einigen Zwischenstopps. So schauten wir nochmals kurz in Yeovilton vorbei, wo es diesmal auch tatsächlich einen Hubschrauber zum knipsen gab:

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Ein weiterer Halt war der Flugplatz von Dunkeswell, wo neben dem üblichen Kleinkram auch eine Beechcraft 99 Airliner stationiert ist, die vom örtlichen Fallschirmspringerclub als Absetzmaschine genutzt wird. Zu unserem Glück war Sprungbetrieb und so gab es die Beech auch in Aktion:

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Einen weiteren kurzen Halt (mal wieder im Regen) gab es dann in Henstridge, wo es unter anderem das folgende zu sehen gab:

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Nach einem letzten Halt in Bournemouth ging es dann direkt nach London Luton, wo wir für die nächsten Tage unser Hotel gebucht hatten.

Als Fazit muss ich sagen, dass es eine sehr schöne Tour durch Cornwall war, leider war das Wetter nicht auf unserer Seite. Es ist eine durchaus schöne und sehenswerte Gegend da unten, also für jemanden der Ruhe und Natur sucht, genau das Richtige. Vor allem die Küstenregion ist wirklich schön! Es gibt auch durchaus schöne Flugplätze dort, nur eben alles recht klein und überschaubar. Wer nur auf Großgerät und Heavies steht, ist dort dann aber falsch…

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