Über uns

Die Stuttgart Aviation Association e.V. (SAA e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, bestehend aus Personen, die von der Luftfahrt fasziniert sind. Der Verein wurde im März 1996 gegründet und ist seit November 1996 im Vereinsregister eingetragen. Momentan zählt der Verein mehr als 50 Mitglieder. Die Mitglieder interessieren sich für die verschiedenen Bereich der Luftfahrt wie Zivil-, Militär-, und/oder der Privatluftfahrt.

Die SAA e.V. stellt sich der Aufgabe, historische und /oder zeitgenössische Gegenstände aus dem Bereich der Luftfahrt zu erforschen und zu dokumentieren. Außerdem versuchen die Mitglieder des Vereins, durch den Verein das Interesse und Verständnis für die Luftfahrt in der Öffentlichkeit und bei offiziellen Stellen zu fördern.

Die Mitglieder der SAA e.V. sind in der Regel Flugzeugspotter. Der Begriff "Spotter" kommt von 'to spot', dem englischen Wort für ausmachen oder ausspähen. Geschichtlich entstand der Begriff im Zweiten Weltkrieg, als man in England versuchte, mit Hilfe der Bevölkerung Informationen über feindliche Flugbewegungen zu gewinnen.  Doch heute hat sich der Begriff etwas verändert und ist ein Synonym für Flugzeugfans, die sich für bestimmte Flugzeugarten interessieren. Wurden anfänglich nur Kennzeichen, Baunummer, Name, Heimatflughafen und andere Flugzeugdaten erfasst, kam im Laufe der Zeit immer mehr der Aspekt des Fotografierens hinzu.

Die Archive der Mitglieder umfassen heute weitreichende Sammlungen von Dias und /oder Fotos der verschiedensten Flugzeugtypen aus aller Welt.

Die Aktivitäten der SAA e.V. beschränken sich nicht nur auf Stuttgart. Die Mitglieder des Vereins organisieren Fahrten  zu Luftfahrtschauen wie der Aoerosalon in Paris - Le Bourget, die AERO in Friedrichshafen und/oder die Air Show in Fairford, England. Fahrten zu internationalen Großereignissen, wie der "Weltwirtschaftsgipfel" in Zürich&Davos werden ebenso organisiert, wie 'Ski-Charter-Ausflüge' nach Salzburg und Innsbruck. Bei diesen Veranstaltungen sind manchmal auch organisierte Vorfeldrundfahrten im Programm enthalten.

Daneben werden oft kurzfristig ein- oder mehrtägige Fahrten zu den verschiedensten Flughäfen Europas durch die Mitglieder organisiert. Diese Fahrten werden in der Regel mit Privat-Pkw durchgeführt, wobei sich die Mitfahrer Sprit- und Parkkosten teilen.

Monatlich findet ein zwangloses Treffen der Mitglieder, der Dia-Abend, statt. Bei dieser Veranstaltung werden Informationen ausgetauscht und spontane Fahrten einzelner Mitglieder geplant. Im Mittelpunkt steht die Dia-Schau, zu der jeder ohne Beschränkung Dias oder auch Digitalbilder per Videobeamer zeigen kann. Im Regelfall werden die Neuigkeiten der Fahrten aus den letzen Wochen den Mitgliedern des Vereins präsentiert, oder auch Schätze aus den jeweiligen Archiven. Auch diese Aufnahmen aus vergangenen Tagen und Jahren finden reges Interesse.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist jedem freigestellt, da sich der Verein möglichst jedem Vereinszwang fernhalten möchte.

Die SAA e.V. publiziert monatlich verschiedene Veröffentlichungen für die Mitglieder, wie z.B. die 'Movements'.

Die SAA e.V. unterhält darüber hinaus Kontakte zu verschiedenen Luftfahrtvereinen und Flughafenverwaltungen. Dies ermöglicht unter anderem die Möglichkeit, Vorfelder der verschiedenen Flughäfen zu besichtigen.

 

Was ist eigentlich "Aircraft-Spotting"?


 

Sicher sind Ihnen schon Menschen aufgefallen, die unabhängig vom Wetter sich einzeln oder in ganzen Gruppen, mit Fernglas, Notizblock und Fotoapparat ausgerüstet, am Flughafenzaun aufhalten.

Sie haben festgestellt, dass der Anblick von Flugzeugen bei diesen Menschen unterschiedlichste Reaktionen hervorruft: mal enttäuscht, mal gelangweilt, mal aufs Höchste angespannt und aufgeregt oder auch entzückt.

Dem einen oder anderen sind „ ... die Verrückten, die bei Wind und Wetter da sind, zu jedem Flieger was erzählen können, die Piloten mit Namen kennen und selbst um die Farbe des Klodeckels im Flieger wissen ..." schon wiederholt aufgefallen.

Dennoch fragen Sie sich: „ ... was machen die da eigentlich ?"

Es soll Ihnen hier das gemeinsame Hobby „Aircraft- Spotting" unserer Vereinsmitglieder erläuternd näher gebracht werden.

 

Historie des Aircraft- Spotting

Es begann während des 2.Weltkriegs, als die deutsche Luftwaffe 1941, vorbereitend für die geplante Invasion in England („Unternehmen Seelöwe"), mit Angriffen auf das britische Festland begann.

Die Entwicklung des Radars steckte noch in den Kinderschuhen – erste Geräte waren zwar einsatzbereit, wiesen aber noch erhebliche Mängel in puncto Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit auf – die gewünschte, flächendeckende Sicherung des südenglischen Luftraums gegen die deutschen Angreifer war somit nicht gewährleistet.

So rief man die Zivilbevölkerung auf, das Militär bei der Flugabwehr durch möglichst detaillierte Informationen über feindliche Flugbewegungen zu unterstützen, damit dies entsprechend gezielte Abwehrmaßnahmen einleiten konnte.

Nach Beendigung des 2.Weltkriegs wurde das Aircraft- Spotting fortgeführt – es entwickelte sich das ernste, für das eigene Überleben wichtige Wissen zum Hobby.

 

Begriff des Aircraft- Spotting

Der englische Begriff „aircraft- spotting" kann mit „Flugzeuge ausmachen, ausspähen, sehen, erkennen" o.ä. übersetzt werden.

Mit der Übersetzung ist gleichzeitig das „Tätigkeitsfeld des Aircraft- Spotters" definiert, sie ist lediglich um die Dokumentation des Gesehenen zu erweitern.

 

Ziele des Aircraft- Spotting

Ein echter Aircraft- Spotter ist eigentlich „Jäger und Sammler".

Jeder Aircraft- Spotter ist bestrebt, möglichst viele – ja möglichst, alle Flugzeuge in seiner „Sammlung" zu haben.

Global wird er dieses Ziel nie erreichen können – zu groß ist die Zahl der aktiven und abgestellten Flugzeuge, zu groß die permanenten Änderungen innerhalb der z.T. riesigen Flugzeugflotten einzelner Airlines.

Selbst wenn man das Hobby zum Beruf machen und pausenlos überall auf der Welt unterwegs sein würde, wäre dies unmöglich.

So „jagt" der Aircraft- Spotter manch „seltenem Vogel" regelrecht hinterher, um ihn endlich in die eigene Sammlung aufnehmen zu können – allzu oft ohne Erfolg.

Jedoch ist es in begrenztem Umfang möglich, alle Flugzeuge einer bestimmten Fluggesellschaft wie z.B. Air Berlin, Condor oder der Lufthansa gesehen und sogar fotografiert – „gesammelt" zu haben.

Aber Aircraft- Spotter haben neben dem „Jagen und Sammeln" noch weitere Beweggründe, ihr Hobby betreiben:

< Faszination am Fliegen, an der Luftfahrt

< Technisches Interesse an Flugzeugen bzw. Fluggeräten, sowie an organisatorischen Abläufen im zivilen und militärischen Flugbetrieb

< Dokumentation von Luftfahrtereignissen, z.B. am Flughafen Stuttgart

< Dokumentation der technischen Entwicklung einzelner Flugzeuge bzw. von Flugzeugherstellern

< sehr vielschichtiges und nie langweilig werdendes Hobby durch permanente Veränderungen „in der Szene"

< Kombination von Geschäfts- oder Urlaubsreisen mit Besuch von Flughäfen

 

Interessenschwerpunkte beim Aircraft- Spotting

Klar, dass sich alles um Flugzeuge, oder besser: Fluggeräte dreht. Aber so viel verschiedene Fluggeräte es gibt, soviel Interessenschwerpunkte sind zu verzeichnen, von denen die wichtigsten in übergeordneten Gruppen zusammengefasst sind.

< zivil, militärisch, privat oder sportlich genutztes Fluggerät

< Fluggerät im Einsatz für große internationale oder kleine regional operierende Passagier- oder Fracht- Airlines

< Fluggerät im Einsatz für Regierungen, für Rettungsorganisationen, für Firmen, für die private Luftfahrt oder Flugsport

Fluggerät im militärischen Einsatz

Fluggeräte in speziellen Einsatzbedingungen

Fluggeräte eines bestimmten Herstellers

Luftfahrt in ausgewählten Ländern

Historische Fluggeräte

Berühmte Fluggeräte

Außergewöhnliche oder seltene Fluggeräte

Infrastruktur, Organisation und Betrieb ziviler und militärischer Luftfahrt

Flugsicherung und Luftfahrtrecht

 

Wie betreibt man Aircraft- Spotting ?

 

Grundsätzliches

Für dieses Hobby gibt es keine verbindlich festgeschriebenen Regeln, lediglich das Grundprinzip von Sehen, Erkennen und Dokumentieren von Flugzeugen vereint die Aircraft- Spotterwelt.

 

Verhalten am Flughafen:

Die Mitglieder der SAA sind verpflichtet, sich an jedem Flughafen „einwandfrei" zu verhalten, d.h. sich an die örtlich geltenden Gesetze und Verordnungen zu halten und ggf. den Weisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten.

Gleichartige Interessenvereinigungen wie die SAA belegen ihre Mitglieder mit einem nahezu identischen „Verhaltenskodex".

Diese Aircraft- Spotter möchten damit deutlich zu machen, daß man „in friedlicher Absicht" zum Flughafen kommt, und ausschließlich Interesse am Sehen und Dokumentieren der Flugzeuge / des Flugbetriebs hat.

In Zeiten des weltweiten Terrorismus und der daraus resultierenden Gefahren für die Luftfahrt und die Reaktionen der Sicherheitsbehörden, erachten wir dies als Grundvoraussetzung unser Hobby weiter ausüben zu können.

Leider werden diese Prinzipien von einigen unverbesserlichen Aircraft- Spottern um den Preis weiter rigoros verstärkter Sicherheitsmaßnahmen unterlaufen und missachtet. Es ist uns aus Einzelfällen bekannt, dass diese Missetäter durch die lokalen Behörden verhaftet und mit Gefängnisaufenthalt bestraft wurden.

Die Folgen sind klar und werden von der SAA auf Äußerste bedauert:

durch das Fehlverhalten Einzelner wird die gesamte Schar der Aircraft- Spotter gleichermaßen, aber unberechtigt in Verruf gebracht.

Die Ausübung unseres Hobbys wird immer mehr erschwert, das langwierig und über Jahre langsam aufgebaute Verständnis der Sicherheitsbehörden für unser Hobby wird unwiederbringlich zerstört.

 

Grundausrüstung zur „Flughafenarbeit" für Aircraft- Spotter:

< gutes Fernglas oder Fernrohr

Notizblock oder Diktiergerät

< ggf. Leiter mit mehreren Sprossen (um über Hindernisse bzw. den Flughafenzaun zu sehen – jedoch nicht, um diese(n) zu überwinden !!)

Wird das Luftfahrtgeschehen per Foto oder Video dokumentiert, kommt hinzu:

< Spiegelreflexkamera(s) mit Wechselobjektiven; wegen z.T. großer Entfernungen sollten Teleobjektive Brennweiten von mindestens 300 – 400 mm aufweisen. Weitwinkelobjektive werden für Nahaufnahmen benötigt.

< Videokamera(s)

Grundausrüstung zur „Heimarbeit" für Aircraft- Spotter:

Jeder Aircraft- Spotter legt individuell Art und Umfang seiner Dokumentation fest.

Dementsprechend weit verbreitet sind:

< Heimbüroeinrichtung

Personal Computer mit handelsüblicher Software (z.B. Access oder Excel)

< Diaarchiv bzw. elektronisches Fotoarchiv auf dem PC

 

Informationsquellen:

Dem Aircraft- Spotter stehen eine ganze Reihe von Informationsquellen zur Verfügung, die für die Dokumentation des Luftverkehrsgeschehens erforderlich sind.

Informationsaustausch mit anderen Aircraft- Spottern

Internet (verschiedenartigste Websites zum Thema Luftfahrt)

Monatlich erscheinende Fach- Zeitschriften

Jahrbücher wie Flottenverzeichnisse, Produktionslisten etc.

Bildbände und technische Abhandlungen über Flugzeugtypen, Flughäfen etc.

 

Vorbereitung eines „Aircraft- Spotter- Trips":

Um Flugzeuge zu sehen, reisen Aircraft- Spotter z.T. durch die ganze Welt, weil das Geschehen am „Heimatflughafen" mit der Zeit weniger interessant wird.

So unterscheidet sich allein innerhalb Deutschlands der Flugbetrieb an den verschiedenen Flughäfen z.T. erheblich voneinander, bedingt durch den Einsatz anderen Fluggeräts der gleichen Fluggesellschaft, bzw. durch andere an diesem Flughafen operierende Fluggesellschaften.

Beispielsweise operieren manche, vorwiegend ausländische Fluggesellschaften ausschließlich nach Frankfurt oder München, so daß diese nicht in Stuttgart landen.

Zur Vorbereitung eines ein- oder mehrtägigen Aircraft- Spottertrips wird beispielhaft aus o.g. Informationsquellen nach primär folgenden Merkmalen recherchiert:

Erfahrungen anderer Aircraft- Spottern am zu besuchenden Flughafen ?

Luftverkehrsgeschehen am zu besuchenden Flughafen ?

Heimatbasis einer / mehrerer Airlines ?

Flugplan anfliegender Airlines Þ wann ist der verkehrsreichste Tag ?

Örtliche Infrastruktur wie Gebäude, Terminals, Besucherterasse, Zugang zum Flughafenzaun, Entfernungen, Fotoplätze etc.

Anreise- und Übernachtungsmöglichkeiten (mehrtägige Reise)

Kontaktaufnahme mit Flughafengesellschaft oder Airlines

Explizite Fotogenehmigung erforderlich ?

Rampvisit (Vorfeldbesuch) möglich ?

Bereits beim Sehen und Notieren ergeben sich erste Unterschiede, resultierend aus der Interessenlage des einzelnen Aircraft- Spotters:

der eine interessiert sich z.B. nur für zivil, der andere nur für militärisch eingesetzte Flugzeuge, manche beachten nur Privat- oder Geschäftsflugzeuge etc.

Viele Spotter verfügen über hohe Fachkenntnisse und hohes Fachwissen in ihren „Spezialgebieten"

 

Was macht der Aircraft- Spotter am Flughafen ?

Es ist eigentlich ganz einfach: mit seiner o.g. „Grundausrüstung" wendet er das Grundprinzip von „Sehen, Erkennen und Dokumentieren" an.

Grundsätzlich besitzt jedes Flugzeug eine individuelle Registration, welche sichtbar außen am Flugzeug angebracht ist – vergleichbar dem Kennzeichen am Auto.

Der Aircraft- Spotter versucht nun diese Registration zweifelsfrei zu erkennen, was je nach äußeren Bedingungen wie Entfernung und Sichtverhältnissen u.U. schwierig ist.

Jede Registration wird möglichst exakt mit Betreiber, Flugzeugtyp, Ort, Datum und weiteren Besonderheiten notiert, bzw. mit Foto(s) dokumentiert.

Dabei gilt: je ausgefallener die Betreiber und Typen, die Besonderheiten wie Bemalung etc. desto besser – „Alltagsflieger" sind weniger gefragt.

 

Beispiel:

Ort: Stuttgart – STR Datum: 30.12.2005

Betreiber: DBA Typ: Boeing 737-300

Registration: D-AGEJ Bemerkung: Standardlackierung

Die o.g. Informationen notiert der Aircraft- Spotter bereits am Flughafen, weil sie z.T. offensichtlich sichtbar sind, bzw. aus seinem Wissen heraus.

Aus weiteren Informationsquellen (hier im wesentlichen Fachliteratur, wie JP AIRLINE FLEETS, AIRLINER PRODUCTION LIST, AVIATION LETTER erhält der Aircraft- Spotter weitere detaillierte Informationen über das gesamte bisherige „Leben" dieses Flugzeugs und kann es bedarfsweise weiterverfolgen:

Exakter Typ: Boeing 737-3L9 (L9 = wurde für die dänische MAERSK AIR gebaut)

Baunummer: 24221 / 1604 (24221 = fortlaufende Baunummer des Herstellers Boeing, 1604 = Seriennummer des Baumusters 737)

Ex- Registration: OO-SEJ (OO= Länderkennzeichen für Belgien Þ Flugzeug war zuvor bei belgischem Betreiber im Einsatz)

Baujahr / Erstflug: 07.09.1988 Ablieferung an DBA: Januar 2004

Bestuhlung: 136 Sitzplätze in der Economy- Class

Besonderheit: Leasinggeber: Fa. Pembroke, Irland

 

Dasselbe Flugzeug wurde zu einem späteren Zeitpunkt in veränderter Lackierung wieder in Stuttgart gesehen:

 

Ort: Stuttgart – STR Datum: 24.03.2006

Betreiber: DBA Typ: Boeing 737-3L9

Registration: D-AGEJ Bemerkung: Standardlackierung;
Zusatztitel: „Willkommen zum Fussball" und PUMA- Logo:

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